Das Sanatorium Woronzowo in Koreis (Berichterstattung Made in Germany)

Wie schon zuvor beschrieben, machte ich mich bei meinem diesjährigen Besuch der Krim im Oktober auf den Weg zu vielen Orten, welche unsere öffentlich- rechtlichen Medien, in Person des Qualitätsjournalisten Thomas Franke, als Beleg für die Verschlechterung des Leben und der Lebensumstände der dort Lebenden herangezogen haben.

(Hier empfehle ich jedem Leser mal in Thomas Frankes Audiobericht hineinzuhören, der ist ausführlicher und grausiger als die Textversion)

So suchte ich auch das Sanatorium Woronzowo in Koreis auf.
Dies war der letzte Abschnitt meiner Wanderung von Jalta nach Koreis, vorbei am Liwadjia Park und dessen Palast. Ich machte diese Wanderung vor drei Jahren schon einmal und war gespannt auf Veränderungen.

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Gregorianische Musik ertönt aus der orthodoxen Kirche am Berg

Ungefähr 2,5 km vom Liwadjia Park entfernt ging es vorbei an einer Kelterei und gut geschützten privaten Grundstücken. Aus der Ferne hörte man klar und deutlich Chorgesänge aus der Kirche. Dieser Sound begleitete unseren Fußmarsch einige Zeit

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Die Kirche herangezoomt

Ca. eine Stunde später erreichten wir den Ort Koreis. So wichtig, wie das Woronzowo Sanatorium unsern Medien ist, waren wir uns sicher, das wir den Weg direkt dorthin leicht erfragen können.

So sprachen wir gleich an der ersten Bushaltestelle Wartende an. Sie konnten uns nicht helfen, wir gingen weiter und fragten eine ältere Dame, die vom Einkaufen kam. Auch sie wusste nicht, wonach wir suchten. Wir hakten nach und erklärten, dass es sich um ein bekanntes Sanatorium handeln muss. Sie überlegte und erklärte uns einen Weg, den wir danach auch folgten. Es ging durch enge Gassen und schmuddelige Wege und am Ende gab es eine große Mauer, die ein Gelände mit einem größeren Gebäude und Poolanlage einschloss.
Wir freuten uns und sprachen den Pförtner an. Der jedoch machte uns klar, dass wir an einer neuen Hotelanlage mit Spa-Bereich gestrandet waren. Vom Woronzowo Sanatorium hatte er noch nichts gehört.

Also beschlossen wir uns ein Taxi zu rufen. Das ging schnell und der Taxifahrer freute sich sehr über seinen deutschen Gast. Es war ihm allerdings höchstpeinlich, dass er, als Eingeweihter und Ortsansässiger das Sanatorium nicht kannte. Als wir erklärten, dass in deutschen Medien von diesem Sanatorium berichtet wurde, das dieses Sanatorium zum Symbol des ausbleibenden Tourismus und des Elends der Bewohner gemcht wurde, erweckten wir seinen Ehrgeiz.
Er lies nicht locker und fuhr mit uns zu einem Geschäft, ging dort hinein und kam nach ca. 5 Minuten fast glücklich wieder heraus. Wir fuhren dann ca. 2 km und landeten an einer Bushaltestelle. Die Fahrzeit nutzte er um uns zu erklären dass im Sommer so viele Touristen hier waren wie kaum zuvor. Angekommen stieg er wieder aus und sprach mit einer Frau. Danach meinte er, dass wir angekommen sind.
Die Frau gab uns den Code zum Öffnen eines großen Eingangstores. Wir gingen hinein und sahen ein weiträumiges Gelände.

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Der Weg zum ehemaligen Woronzowo Sanatorium

Das Gelände war sehr gepflegt, allerdings auch fast menschenleer. Fast, weil Einen trafen wir doch an. Wir sprachen ihn auf unser Anliegen an, er war bereit uns zu antworten, legte aber sehr großen Wert darauf, unerkannt zu bleiben. Er erklärte uns, dass das ehemalige Sanatorium schon lange keines mehr ist. Es kann mit den moderneren Sanatorien in der Region nicht mehr mithalten. Es muss dringend saniert werden. Dies jedoch ist noch nicht möglich, weil die Besitzverhältnisse noch nicht geklärt sind.
So gibt es wohl einen neuen Besitzer, der auch für Ordnung auf dem Gelände sorgt und investieren möchte, dies aber aufgrund von Verstrickungen hinein in wichtige Kreise der Ukraine nicht kann.

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Das Gelände sanierungsbedürftig aber gut gepflegt

Ich gebe zu Bedenken, dass ich hier die Aussage einer einzelnen Person wiedergebe und diese nicht wirklich überprüfen konnte. Ein Indiz jedoch macht seine Aussagen glaubwürdig, die Verschwiegenheit der Anwohner. Zu den Besitzverhältnissen und der derzeitigen Nutzung wollte sich niemand so recht äußern.

Das Gebäude ist offiziell außer Betrieb, allerdings waren einige Fenster geöffnet und ich habe auch Handtücher über Stühlen auf einigen Balkonen gesehen.

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Ich stelle also fest:

-Das Woronzowo Sanatorium ist vielen Bewohnern überhaupt kein Begriff,
-Es ist derzeit kein Sanatorium, eher ein verschwiegener Ort
-Andere Sanatorien in der Region scheinen besser ausgelastet zu sein
-Der generelle Einbruch des Tourismus in Koreis wird uns Medienkonsumenten in Deutschland suggeriert ist jedoch nicht real

Kurzum: Dieses ehemalige Sanatorium ist kein repräsentatives Beispiel für die derzeitige touristische Situation und das Leben der Menschen auf Krim.
Das ehemalige Sanatorium als Beispiel heranzuziehen um uns einen Tourismuseinbruch zu suggerieren ist fast schon dreist!

Ich kann das mit gutem Gewissen behaupten, denn danach gingen wir in ein Bistro um uns mit einer sehr guten Soljanka und einem Bier zu stärken. Auch hier fragten  wir die Bedienung nach der Entwicklung des Tourismus. Sie winkte ab und sagte, dass es noch nie so voll war, wie diesen Sommer.

 

Neuigkeiten aus dem Liwadija Park (Livadiya): Teil 1, der Weg nach Liwadja

 

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Es war Oktober, die Saison bereits vorbei. Der Brunnen außer Betrieb und dennoch bot sich ein wunderschöner Ausblick

Eines meiner Reiseziele war dieses Jahr das Sanatorium Woronzowo in Koreis am Rande von Großjalta. Über dieses Sanatorium hatte der Journalist Thomas Franke im Deutschlandfunk berichtet, um die Darstellung zu verbreiten, dass die Menschen unter ausbleibendem Tourismus leiden.

Ich entschied mich für eine geführte Wanderung, beginnend am Hotel „Jalta Intourist“, durch Jalta die Promenade entlang, vorbei am Liwadija Strand, durch den Liwadja Park nach Koreis. Das waren bestimmt 15 Kilometer.

Liwadija 2

Ausgangspunkt war am frühen Morgen das Hotel Jalta Intourist. wie man erkennt, waren auch die deutsche und die britische Flagge gehisst.

Im Hotel erkundete ich mich über die vergangene Saison. Das Hotel war von Juni bis September nahezu durchgehend ausgebucht. Es kamen so viele Touristen, wie nie zuvor nach Jalta, erzählte mir ein Einwohner, der dort arbeitete. Die Stadt Jalta kam an die touristische Belastungsgrenze.

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Ein Blick vom Dachgeschoss des Jalta Intourist- Hotels

Der Weg führte zuerst bergab in die Stadt Jalta

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Eine typische Gasse in Jalta

Danach ging es durch die Stadt und die auffallend saubere und gepflegte Strandpromenade von Jalta.

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Die Promenade von Jalta, bereinigt um die Schwarzbauten aus Ukrainezeiten, lädt zum Verweilen ein

Liwadja 5

Am Ender der Promenade und auch an anderen Stellen in der Stadt wird auf das 180jährige Jubiläum der Stadt hingewiesen.

Was mir nicht nur in Jalta auffiel war der Trend „I Love …..“ Mit solchen Werbeschildern und Slogans warben auch Gurzuf  und Koreis für Urlauber.

Liwadja

Am Stadtstrand trafen sich am späten Vormittag Touristen zum Baden ein. In der Sonne waren es gefühlt 25° Celsius, das Wasser hatte im Oktober noch angenehme 21°.

Weiter ging es bergauf nach Liwadija wo sich herrliche Ausblicke boten.

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Ein Blick zurück nach Jalta.

Wenig später erreichten wir den Liwadija Park, der ab diesem Jahr eine beindruckende Neuigkeit bot……..

Mehr dazu im Teil 2