Das Sanatorium Woronzowo in Koreis (Berichterstattung Made in Germany)

Wie schon zuvor beschrieben, machte ich mich bei meinem diesjährigen Besuch der Krim im Oktober auf den Weg zu vielen Orten, welche unsere öffentlich- rechtlichen Medien, in Person des Qualitätsjournalisten Thomas Franke, als Beleg für die Verschlechterung des Leben und der Lebensumstände der dort Lebenden herangezogen haben.

(Hier empfehle ich jedem Leser mal in Thomas Frankes Audiobericht hineinzuhören, der ist ausführlicher und grausiger als die Textversion)

So suchte ich auch das Sanatorium Woronzowo in Koreis auf.
Dies war der letzte Abschnitt meiner Wanderung von Jalta nach Koreis, vorbei am Liwadjia Park und dessen Palast. Ich machte diese Wanderung vor drei Jahren schon einmal und war gespannt auf Veränderungen.

BilderOkt 03 2018 19 -

Gregorianische Musik ertönt aus der orthodoxen Kirche am Berg

Ungefähr 2,5 km vom Liwadjia Park entfernt ging es vorbei an einer Kelterei und gut geschützten privaten Grundstücken. Aus der Ferne hörte man klar und deutlich Chorgesänge aus der Kirche. Dieser Sound begleitete unseren Fußmarsch einige Zeit

BilderOkt 03 2018 19b

Die Kirche herangezoomt

Ca. eine Stunde später erreichten wir den Ort Koreis. So wichtig, wie das Woronzowo Sanatorium unsern Medien ist, waren wir uns sicher, das wir den Weg direkt dorthin leicht erfragen können.

So sprachen wir gleich an der ersten Bushaltestelle Wartende an. Sie konnten uns nicht helfen, wir gingen weiter und fragten eine ältere Dame, die vom Einkaufen kam. Auch sie wusste nicht, wonach wir suchten. Wir hakten nach und erklärten, dass es sich um ein bekanntes Sanatorium handeln muss. Sie überlegte und erklärte uns einen Weg, den wir danach auch folgten. Es ging durch enge Gassen und schmuddelige Wege und am Ende gab es eine große Mauer, die ein Gelände mit einem größeren Gebäude und Poolanlage einschloss.
Wir freuten uns und sprachen den Pförtner an. Der jedoch machte uns klar, dass wir an einer neuen Hotelanlage mit Spa-Bereich gestrandet waren. Vom Woronzowo Sanatorium hatte er noch nichts gehört.

Also beschlossen wir uns ein Taxi zu rufen. Das ging schnell und der Taxifahrer freute sich sehr über seinen deutschen Gast. Es war ihm allerdings höchstpeinlich, dass er, als Eingeweihter und Ortsansässiger das Sanatorium nicht kannte. Als wir erklärten, dass in deutschen Medien von diesem Sanatorium berichtet wurde, das dieses Sanatorium zum Symbol des ausbleibenden Tourismus und des Elends der Bewohner gemcht wurde, erweckten wir seinen Ehrgeiz.
Er lies nicht locker und fuhr mit uns zu einem Geschäft, ging dort hinein und kam nach ca. 5 Minuten fast glücklich wieder heraus. Wir fuhren dann ca. 2 km und landeten an einer Bushaltestelle. Die Fahrzeit nutzte er um uns zu erklären dass im Sommer so viele Touristen hier waren wie kaum zuvor. Angekommen stieg er wieder aus und sprach mit einer Frau. Danach meinte er, dass wir angekommen sind.
Die Frau gab uns den Code zum Öffnen eines großen Eingangstores. Wir gingen hinein und sahen ein weiträumiges Gelände.

BilderOkt 03 2018 24 - Kopie

Der Weg zum ehemaligen Woronzowo Sanatorium

Das Gelände war sehr gepflegt, allerdings auch fast menschenleer. Fast, weil Einen trafen wir doch an. Wir sprachen ihn auf unser Anliegen an, er war bereit uns zu antworten, legte aber sehr großen Wert darauf, unerkannt zu bleiben. Er erklärte uns, dass das ehemalige Sanatorium schon lange keines mehr ist. Es kann mit den moderneren Sanatorien in der Region nicht mehr mithalten. Es muss dringend saniert werden. Dies jedoch ist noch nicht möglich, weil die Besitzverhältnisse noch nicht geklärt sind.
So gibt es wohl einen neuen Besitzer, der auch für Ordnung auf dem Gelände sorgt und investieren möchte, dies aber aufgrund von Verstrickungen hinein in wichtige Kreise der Ukraine nicht kann.

BilderOkt 03 2018 23

Das Gelände sanierungsbedürftig aber gut gepflegt

Ich gebe zu Bedenken, dass ich hier die Aussage einer einzelnen Person wiedergebe und diese nicht wirklich überprüfen konnte. Ein Indiz jedoch macht seine Aussagen glaubwürdig, die Verschwiegenheit der Anwohner. Zu den Besitzverhältnissen und der derzeitigen Nutzung wollte sich niemand so recht äußern.

Das Gebäude ist offiziell außer Betrieb, allerdings waren einige Fenster geöffnet und ich habe auch Handtücher über Stühlen auf einigen Balkonen gesehen.

BilderOkt 03 2018 22

Ich stelle also fest:

-Das Woronzowo Sanatorium ist vielen Bewohnern überhaupt kein Begriff,
-Es ist derzeit kein Sanatorium, eher ein verschwiegener Ort
-Andere Sanatorien in der Region scheinen besser ausgelastet zu sein
-Der generelle Einbruch des Tourismus in Koreis wird uns Medienkonsumenten in Deutschland suggeriert ist jedoch nicht real

Kurzum: Dieses ehemalige Sanatorium ist kein repräsentatives Beispiel für die derzeitige touristische Situation und das Leben der Menschen auf Krim.
Das ehemalige Sanatorium als Beispiel heranzuziehen um uns einen Tourismuseinbruch zu suggerieren ist fast schon dreist!

Ich kann das mit gutem Gewissen behaupten, denn danach gingen wir in ein Bistro um uns mit einer sehr guten Soljanka und einem Bier zu stärken. Auch hier fragten  wir die Bedienung nach der Entwicklung des Tourismus. Sie winkte ab und sagte, dass es noch nie so voll war, wie diesen Sommer.

 

Oktober 2018 -erste Eindrücke-

Airport Simferopol

Der neue Flughafen von Simferopol (Airport von Simferopol) Das Foto ist echt, keine Computersimulation.

 

Auch dieses Jahr zog es mich wieder auf die Krim, allerdings außerhalb der Saison, im Oktober, hauptsächlich in den Großraum Jalta.
Dennoch begann ich dieses Jahr meinen Horizont bezüglich der Krim zu erweitern.
Wie auch zuvor wollte ich wissen, wie sich das Leben, der Alltag dort entwickelt hat. Zusätzlich begab ich mich auf die Spuren des ARD-Journalisten Thomas Franke, welcher vor einem Jahr im Deutschlandfunk über die Unterdrückung der Tataren und die angebliche Tourismuskrise auf Krim berichtete, und welcher von den „Öffentlich Rechtlichen“ medialen Raum bekam, seine Behauptungen zu verbreiten um so ein falsches Gesamtbild über die Halbinsel Krim zu verbreiten.

Doch dazu später… Ich werde interessante Gegendarstellungen präsentieren, nachvollziehbar und mit Bilder untersetzt.

Nun zu den ersten Eindrücken:

Was schon vor der der Anreise auf Krim auffiel: Russland hat die Zugehörigkeit der Krim mehrfach und auffällig weiter manifestiert.
Zuerst mit der vorzeitigen Fertigstellung der Brücke von Kertsch, die ich leider nicht geschafft habe zu besuchen.

Auch gibt es nun neue 200 Rubelscheine:

 

 

Der neue 200 Rubelschein zeigt Sewastopol . Somit wird nach Außen und nach Innen ganz klar die Zugehörigkeit der Krim zu Russland festgehalten.

Ein weiterer klarer Fakt, der geschaffen wurde, ist der neue Internationale Flughafen von Sewastopol. Ein architektonisch als auch funktional sehr gelungenes Projekt.
Von der Planung bis zur Eröffnung hat es 4 Jahre gedauert.

Flughafen Simfereopol

Eine weitere Außenansicht der Flughafens von Simferopol

Flughafen Simferopol

Das Terminal für den öffentlichen Verkehr

Flughafen Simferopol

Das Innenkonzept ist beeindruckend: Überall wo es möglich ist dominiert das Grün der Pflanzen, selbst in den Lampen.

Flughafen Simferopol

Flughafen Simferopol

Die Ruhezone ist praktisch und gemütlich

Flughafen Simferopol

Der Shoppingbereich war zu dieser nächtlichen Zeit noch nicht gut frequentiert.

Flughafen Simferopol

Wie eindeutig zu erkennen ist, ist dieser Flughafen auf internationale Flüge ausgelegt. Hier die typische Zone für die Passkontrollen bei internationalen Flügen, die hoffentlich bald auch für Westeuropäer möglich sind