Berichterstattung über die Krim in unseren Medien, ein typisches Beispiel

Am 29.10.17 wurde mir wieder klar, wie wichtig es ist, diesen Blog zu betreiben und auf dem Laufenden zu halten.
Seit der Wiedervereinigung der Krim mit Russland in einer für die Krimbewohner äußerst schwierigen Zeit habe ich in unseren Leitmedien (Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, sowie die regierungsnahen Medien „Die Zeit“, „Der Spiegel“, „SZ“, „FAZ“…. ) nicht einen Beitrag über die heutige Krim finden können, dessen Darstellung sich mit meinen Beobachtungen und Informationen deckt.

Überwiegend dient die Berichterstattung der Vermittlung des Bildes, dass in der heutigen Krim die Menschen weiter verarmen, dass der Tourismus stark zurückgegangen ist und das Systemkritiker verfolgt und ermordet werden.

Die Vorgehensweise ist altbewährt:
Es werden Interviewpartner bemüht, dessen Einzelschicksale ins gewollte Bild passen, dessen Aussagen verallgemeinert und daraus ein Schluss auf das Ganze gezogen.

Ein weiteres unrühmliches Beispiel des Missbrauchs journalistischer Mittel zur Vermittlung eines falschen Bildes über die heutige Krim lieferte der Journalist und vermeintliche Russlandkenner Thomas Franke mit seinem Beitrag „Halten Sie durch!“ auf Deutschlandfunk Kultur am 29.10.2018 ab. (Den Text werde ich am Ende komplett als Anhang kopieren, damit später der Nachweis nicht gelöscht werden kann)

Im Folgenden möchte ich die Kernaussagen des Berichtes kommentieren und meine Erfahrungen, Beobachtungen und Empfindungen gegenüberstellen:

Die Kernaussage erscheint im ersten Absatz:
„Präsident Putin will die Krim zu einem „Mekka für alle Russen“ machen. Bei den Bewohnern ist dreieinhalb Jahre nach der Annexion aber Ernüchterung eingekehrt. Die Preise für Lebensmittel steigen, der Tourismus leidet. Und wer Russland öffentlich kritisiert, dem drohen Verfolgung und Diskriminierung.“

Was nicht geschrieben steht, aber im Podcast ganz klar herausgestellt wurde:
„Russland betrieb Landraub…“ und es wurde nicht vom leidenden Tourismus, sondern vom ausbleibenden Tourismus gesprochen!

Als Beispiel des ausbleibenden Tourismus präsentiert Herr Franke ein Sanatorium in Koreis, einem Randgebiet des Raumes Großjalta. Dieser Teil wurde über Jahrzehnte zu Ukrainezeiten vernachlässigt. Es gibt viele baufällige Gebäude, Gebäude, die angefangen und nicht zu Ende gebaut wurden, Schwarzbauten so dass es einen teilweise schaudert, wenn man dort spazieren geht. Ich habe das ansatzweise schon vor zwei Jahren bemängelt.

Heute wird dort viel gebaut, saniert, auch das Sanatorium. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, ist Koreis keine erste Adresse zum Verweilen!

Kein Wunder also, dass sich dieser Ort hervorragend dazu eignet über ausbleibende Touristen zu berichten!

So funktioniert politisch motivierter Journalismus, Made in Germany!

Das wird auch nicht dadurch gemildert, dass der Bau der Brücke von Kertsch thematisiert wird.

Was im gesamten Beitrag unerwähnt bleibt ist, das die Krim zuvor die „Autonome Republik Krim“ war.
Auch liest und hört man kein Wort über den  Bau eines neuen Flughafens in Simferopol, ausgelegt für bis zu 8 Mio. zusätzliche Fluggäste/Jahr.
So viele Touristen besuchten die Krim bisher noch nie!

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Der neue internationale Flughafen von Simferopol (Baustand Juli 2017)

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So soll der Airport mal aussehen.

 

Komplett ausgeblendet wurde auch das touristische Magnet, Jaltas Zentrum.
Diese Stadt erlebt gerade einen Bauboom und platzt touristisch aus allen Nähten.

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Abends auf der Promenade in Jalta

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Mittags gegen 11:30 am Massandra Beach. Die Mittagssonne knallt, die Meisten haben sich zurückgezogen, dennoch ist es voll (Juli 2017)

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September 2016, während der Nebensaison. Touristen überall!

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Juli 2017 gegen 22 Uhr

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November 2015, auf dem Ai Petri (Touristen am laufenden Band)

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September 2016 am Massandra Beach

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Januar 2016

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Dezember 2016 gegen 19:00 Uhr, vor der Party am Hafen in Jalta. Touristen ohne Ende!

Das Märchen vom Wegbleiben der Touristen ist also eine eindeutige Lüge!

Tatsächlich haben sich laut Aussage der Ferienwohnungsbesitzer in Jalta (Yalta) die Touristenströme verändert. Anstelle der Überzahl an Touristen aus der Ukraine, die hauptsächlich nach billigen Unterkünften suchten und entsprechend wenig Geld mitbrachten kommen nun zahlungskräftigere Besucher. Die Nachfrage nach wertigen Unterkünften ist gestiegen, es wird öfter und besser in Restaurants gegessen und getrunken. Der Tourismus spült also, schon jetzt mehr Gelt in die Kassen Jaltas, als zuvor.

Das Putin womöglich gern noch mehr russische Touristen auf Krim hätte, mag sein. Es bedeutet jedoch nicht, das die Krim generell unter Tourismusmangel leidet!

Zum Abschluss dieses Themas nochmal ein Zitat des Journalisten Thomas Franke zum genießen:

„Das Geschäft mit Ferienwohnungen läuft so schlecht wie nie“

Dies wurde extra im Text hervorgehoben! Es betrifft eine Vermieterin einer unattraktiven Ferienwohnung in Koreis, wird sicherlich stimmen, spiegelt aber nicht ansatzweise die Realität wieder und darf daher nicht verallgemeinert werden.

 

Nächstes Thema:

Zitat aus dem Text:
„Geduld brauchen sie. Dmitri Medwedew, Russlands Premierminister, hat im Frühjahr 2016 die Krim besucht. Er traf empörte Rentnerinnen und sagte, dass es die versprochene Rentenerhöhung auf der Krim nicht gäbe. Nirgendwo gäbe es die, es sei kein Geld da. „Halten Sie durch!“, rief er, „Alles Gute! Ich wünsche Ihnen gute Laune und Gesundheit!“ Dann sah er zu, dass er wegkam.““

Was möchte der Autor damit aussagen?
Die Kernaussage Herr Frankes ist: Es gab keine Rentenerhöhung!

Meine Informationen sind:
Die Menschen dort haben zuvor Rente aus der Ukraine bezogen. Die Rentenhöhe meiner Bekannten lag bei, je nach Umrechnungskurs des Griwnas, zwischen 90 und 100 Euro monatlich.
Heute wird die Rente von Russland gezahlt und sie liegt nach meinen Informationen bei den selben Bekannten zwischen 170 und 250 € (Gerundet zum heutigen Wechselkurs).
Die Behauptung, dass es auf der Krim nirgendwo eine Rentenerhöhung gab ist schlichtweg erlogen!
Natürlich, da hat der Autor Recht, wird ein zunehmender Teil der Rente von Nebenkosten und Preissteigerungen ausgefressen. Unter dem Strich jedoch geht es dem durchschnittlichen Krim-Bewohner heute besser, auch deshalb, weil die Bürger in das russische Sozial- und Gesundheitssystem integriert wurden.

Zu weiteren Teilen des Berichtes möchte ich nur folgendes Anmerken:
Jeder der auf die Halbinsel Krim reist benötigt dazu ein Russlandvisum. Dieses Visum kommt einer Anerkennung der Zugehörigkeit der Krim zu Russland gleich!
Der Autor spricht also mit einer gespaltenen Zunge!
Da spielt es keine Rolle ob man sich von der Ukraine vorschreiben lässt, wie man auf die Krim zu reisen hat!

Nicht alle Tataren auf Krim werden verfolgt und getötet!
Es gibt eine große Zahl Tataren, die sich mit dem System arrangieren und vom neuen System profitieren!
Es ist wie mit Sachsen! Nur weil es in Dresden PEGIDA gibt, kann man nicht auf Alle Sachsen schließen!

Zum Schluss noch ein Bild von der Empfangshalle des alten Airports in Simferopol
Es stammt aus dem Dezember 2016.
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Mache sich bitte jeder sein eigenes Bild!

 

 

Hier der Beitrag von Herrn Franke:

Quelle: Deutschlandfunk Kultur

Autor: Thomas Franke

Deutschlandfunk Kultur – Die Reportage
29.10.2017 12:30 Uhr
URL dieser Seite: http://www.deutschlandfunkkultur.de/drei-jahre-nach-der-krim-annexion-halten-sie-durch.1076.de.html?dram:article_id=399080
Drei Jahre nach der Krim Annexion
„Halten Sie durch!“
Von Thomas Franke

Präsident Putin will die Krim zu einem „Mekka für alle Russen“ machen. Bei den Bewohnern ist dreieinhalb Jahre nach der Annexion aber Ernüchterung eingekehrt. Die Preise für Lebensmittel steigen, der Tourismus leidet. Und wer Russland öffentlich kritisiert, dem drohen Verfolgung und Diskriminierung.
Gelangweilt schiebt der Junge seinen Plastikpanzer über das Pflaster. Hinter ihm ragt ein grauer achtstöckiger Betonklotz in den strahlend blauen Himmel: das Sanatorium Woronzowo in Koreis am Rand von Jalta. Der Vater des Kleinen kommt: Turnschuhe, Flecktarnhose, T-Shirt. Er ist der Hausmeister. Es ist heiß, auf der Krim hat es hat seit 5 Wochen nicht geregnet. Die Sträucher sind braun, aber der Hausmeister macht keine Anstalten zu gießen. Für wen auch? Der Betonklotz steht leer, dabei ist Hochsaison auf der Krim.
Vor drei Jahren war ich schon einmal hier, in diesem Sanatorium am bergigen Südufer der Krim. Es war kurz nach der Annexion durch Russland, und schon damals war nur eine Handvoll Urlauber da.
„Wir machen daraus ein Museum.“
„Wissen Sie, wo die Leute sind, die hier gearbeitet haben?“
„Keine Ahnung. Einige wurden entlassen.“
An der Straße vor dem Sanatorium kaufen ein paar Touristen Obst und Gemüse. Gegenüber die Bushaltestelle. Im Schatten des Wartehäuschens sitzt eine Frau mit schwarzen Haaren, Sonnenbrille und einem Pappschild: „Schiljo“, steht darauf, „Unterkünfte“.
„Wir haben uns gefreut, dass wir zu Russland gehören. Aber das ist vorbei, weil ich von allen Seiten mit Steuern belegt werde. Kraftfahrzeugsteuer, Steuer auf die Garage und auf die Wohnungen, die ich vermiete. Das einzig Gute ist, dass wir jetzt eine Krankenversicherung haben. Die hatten wir vorher nicht.“
Das Geschäft mit Ferienwohnungen läuft so schlecht wie nie
Sie heißt Galja Kurban, ist 57 Jahre. Seit 25 Jahren vermittelt sie Ferienwohnungen. Bei ihr kosten die Zimmer 600 Rubel, umgerechnet 10 Euro. In diesem Jahr läuft ihr Geschäft so schlecht wie nie.
„Ich wohne in einer Dreizimmerwohnung, davon vermiete ich zwei Zimmer. Anders geht es nicht.“
Sie möchte mir die Zimmer nicht zeigen, weil alles so ärmlich ist. Dabei verspricht die russische Regierung der Krim eine blühende Zukunft. Ein Urlaubsparadies soll es werden wie zu Sowjetzeiten, eine einzige große Kur- und Heilanstalt. Doch in diesem Jahr kamen noch weniger Urlauber als im letzten. Russen fahren lieber in die Türkei, erzählt Galja Kurban.
Ihre ganze Hoffnung liegt auf der Brücke, in im Osten der Insel gebaut wird und die Krim mit dem russischen Festland verbinden soll. Sie geht rüber auf die andere Straßenseite, kauft ein wenig Obst. Weiter weg von der Bushaltestelle möchte sie nicht, es könnte ja genau dann jemand kommen und ein Zimmer brauchen.
Die im Bau befindliche Brücke über die Meerenge von Kertsch soll einmal Russland mit der Halbinsel Krim verbinden.
Urlauber aus der Ukraine kommen schon gar nicht mehr. Zwischen dem ukrainischen Festland und der Krim liegt eine de-facto-Staatsgrenze. Die Stimmung ist nachhaltig vergiftet. Die Anreise in jedem Fall beschwerlich. Das habe ich am eigenen Leib erfahren.
Drei Tage zuvor, etwa 800 Kilometer nördlich. Meine Reise auf die Krim beginnt in Kiew, im Ministerium für Information.
Das letzte Mal, als ich von Moskau auf die Krim gefahren bin, das war viel einfacher. Da bin ich in Moskau ins Flugzeug gestiegen, nach Simferopol geflogen, und alles war super. Mittlerweile, drei Jahre später, gibt es in der Ukraine ein Gesetz. Und da ist es illegal, auf die Krim zu fahren ohne vorher ukrainisches Territorium berührt zu haben. Man muss also offiziell in die Ukraine einreisen. Deshalb bin ich in Kiew und hoffe, dass ich gleich eine Sondergenehmigung bekomme, um auf die Krim zu reisen.
Acht Stunden für eine Einreiseerlaubnis 
Ich bekomme ein Papier. Damit soll ich zur Migrationsbehörde gehen, die wird mir eine Sondereinreiseerlaubnis für die Krim erteilen. Das Amt befindet sich in einem Wohngebiet außerhalb der Innenstadt. Vorher muss ich noch meinen Pass ins Ukrainische übersetzen und die Übersetzung notariell beglaubigen lassen. Das Ganze dauert mehr als acht Stunden.
Gegen acht Uhr Morgens erreicht der Nachtzug aus Kiew Novooleksiivka. Von hier fahre ich mit dem Taxi weiter. Es sind noch knapp 30 Kilometer bis zur Krim. Die Landschaft ist weit, flach, braun mit Tönen von Schwarz, öde. Und neuerdings vermint. Links das Asowsche Meer mit seinen Salzwiesen. Dann auf einmal Wachposten, Stacheldraht, Schützengräben. Fußgänger stehen Schlange hinter Maschendraht. Ich stelle mich an.
Völkerrechtlich ist das hier keine Grenze. Der Übertritt wird umso länger dauern, ich ahne es. Nach einer halben Stunde winken sie mich durch. Und obwohl die Ukraine die Grenze nicht anerkennt, drückt der ukrainische Beamte einen Stempel in meinen Pass. In einem Minibus fahre ich zwei Kilometer hinüber zur russischen Kontrolle. Dort mehr Kontrollhäuschen, mehr Container, Stacheldraht, mehr Stellungen.
Zum Verhör in den Container 
Mehrfach durchleuchtet der russische Beamte jede Seite meines Passes. Dann muss ich zum Verhör in einen Container. „Was wollen Sie auf der Krim? Berichten sie objektiv, oder verzerren die Redakteure die Informationen, so wie die Ukrainer das machen? Sind Sie verheiratet? Haben Sie Kinder? Haben Sie Freunde in Moskau? Wie heißen die?“
„Ist es illegal, mit mir befreundet zu sein?“ „Nein, ich dachte nur, wir hätten eventuell gemeinsame Bekannte.“ Mehr als vier Stunden dauert der Grenzübertritt. Willkommen im russischen Urlaubsparadies.
Vitalij ist 26 Jahre alt. Jeden Tag steht er mit seinem schwarzen Kombi am Hafen von Sewastopol und kocht hinten in der Klappe Kaffee.
Ein Kreuzfahrtschiff legt ab. Ein blauer und ein roter Streifen zieren den weißen Rumpf – die russischen Nationalfarben. Gemächlich zieht der Dampfer vorbei an grauen Kriegsschiffen. In Sewastopol liegt die russische Schwarzmeerflotte. Nach dem Ende der Sowjetunion hat die Ukraine einen Teil des Hafens an die russische Flotte verpachtet. Sewastopol ist eine russische Stadt.
An Deck des Kreuzfahrtschiffs winken Passagiere. Sie haben eine kurze Reise vor sich. Wegen der Sanktionen kreuzt das Schiff nur einmal kurz rüber nach Sotschi.
Der Dampfer heißt „Fürst Wladimir“. Der Heilige soll die Rus, das erste mittelalterliche Reich der Slawen, vor mehr als tausend Jahren christianisiert haben. Präsident Putin ließ sich sogar schon zu der Behauptung hinreißen, die Krim sei für die Russen genauso wichtig, wie der Tempelberg für die Juden und, dass Wladimir auf der Krim getauft worden sei, keine zehn Minuten Autofahrt von dem Ort entfernt, an dem Vitalij jetzt Espresso verkauft. Bewiesen ist es nicht. Aber es passt gut in die aktuelle russische Geschichtsschreibung, die glauben machen will, die Krim sei schon immer russisch und christlich-orthodox gewesen. Präsident Putin will den Ort zu einem „Mekka für alle Russen“ machen.
„Alle Bewohner Sevastopols sind für Russland, keiner hat die Annexion je bedauert. Allerdings sind die Leute jetzt ein bisschen enttäuscht. Sie haben gedacht: Sobald wir zu Russland gehören, geht alles schnell voran, von heute auf morgen, und die Löhne steigen. Bisher ist nichts gestiegen.“
Geduld brauchen sie. Dmitri Medwedew, Russlands Premierminister, hat im Frühjahr 2016 die Krim besucht. Er traf empörte Rentnerinnen und sagte, dass es die versprochene Rentenerhöhung auf der Krim nicht gäbe. Nirgendwo gäbe es die, es sei kein Geld da. „Halten Sie durch!“, rief er, „Alles Gute! Ich wünsche Ihnen gute Laune und Gesundheit!“ Dann sah er zu, dass er wegkam.
„Wir warten darauf, dass die Brücke fertig wird. Damit Lebensmittellieferungen leichter werden. Denn die Preise für Lebensmittel sind unglaublich hoch.“
Alle warten auf die große Brücke 
Vitalij wippt mit dem Fuß. Die Brücke, die ganz im Osten über Meerenge von Kertsch die Krim mit dem russischen Festland verbinden soll, über die reden hier alle. Bisher verkehren dort Fähren. Und weil der Landweg durch die Ukraine gesperrt ist, muss Russland sämtliche Güter und Touristen mit dem Schiff oder dem Flugzeug auf die Krim bringen. Das macht die Waren teuer. Nächstes Jahr, heißt es, soll die Brücke fertig sein.
„Wir hoffen, dass in nicht allzu ferner Zukunft alles gut wird. Bisher bewegen wir uns zielstrebig ins Nirgendwo.“
Samstag Vormittag in Bachtschissaraj. Lenor Osmanow steht vor einem Café und nippt an einem Kaffeebecher. Bachtschissaraj war der Sitz des Khans, als die Krimtataren vom 15. bis zum 18. Jahrhundert über die Halbinsel herrschten. Der Khans-Palast steht noch. Eine Fahrt in die Stadt ist ein Muss für jeden Krim-Besucher.
Bachtschyssaraj liegt in einem Tal, die Felsen rundgewaschen vor Jahrtausenden. Es gibt orientalischen Kaffee, tatarische Süßigkeiten, Samsa, mit Hack gefüllte Blätterteigtaschen. Ich würde eigentlich ganz gern wieder in dieses Café Müssafir gehen, in dem ich das letzte Mal mit den Leuten gesprochen hab, wie sich das verändert hat, da ist jetzt aber zu. Hier ist alles verrammelt, es steht geschlossen dran, es weht so eine einsame tatarische Fahne und das war’s. Traurig.
Das Café gehörte der Familie von Mustafa Dschemiljew. Der ist Abgeordneter im Parlament der Ukraine und war bis Ende 2013 Anführer des Medschlis, der politischen Vertretung der Krimtataren. Mit Nachdruck hat er gegen die Annexion der Krim durch Russland protestiert. Russland verweigert ihm seitdem die Rückkehr nach Hause auf die Krim. Die Behörden haben das Café Müssafir geschlossen. Der Betreiber habe keine Gewerbeerlaubnis für dieses Grundstück. Ein Vorwand, sagt Lenor Osmanow.
Die Krimtataren sind ein traumatisiertes Volk. In der Stalinzeit wurden sie nach Zentralasien deportiert. Zigtausende wurden ermordet, starben an Hunger und Kälte. In ihren Häusern wurden Russen, Weißrussen und Ukrainer angesiedelt. Erst als die Sowjetunion zusammenbrach, konnten sie auf die Krim zurückkehren.
Die Krimtataren: traumatisiert, aber kämpferisch 
Ende September hat der Hochkommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen schwere Menschenrechtsverletzungen auf der Krim angeprangert. Er kritisiert „willkürliche Verhaftungen und Inhaftierungen, Verschwindenlassen, Misshandlungen und Folterungen und mindestens eine außergerichtliche Hinrichtung“.
19 Krimtataren sind unbekannt verschollen. Dazu kommen die, die festgenommen und tot aufgefunden wurden. Wie Reschat Achmetow. Seine Leiche hatte Folterspuren. Achmetow wurde Anfang März 2014 festgenommen, kurz nach der Besetzung der Krim, 2 Wochen später wurde er tot gefunden.
„So ist das heute. Niemand kann sicher sein, dass nicht morgen jemand kommt und ihn mitnimmt. Deshalb schreibst du bei Facebook vorsichtig, sehr vorsichtig. Ich gehe jetzt mit Ihnen auch ein Risiko ein, natürlich, aber ich bin so. Ich habe mein Leben gelebt. Ich bin schon 54. Sollen sie mich doch… Teufel auch… Wenn ich sterbe, sterbe ich eben. So ist das Leben. Ich habe schon erwachsene Kinder, da ist mir vor dem Tod nicht bange. Ich will nur eins: Dass es hier normal ist, dass es hier Meinungsfreiheit gibt, und alles andere, was jetzt verboten ist.“
Den wenigen Touristen bleiben die Sorgen der Krimtataren verborgen. Sie streben zum Khanspalast mit seinen Arkadengängen, geschwungenen Fensterbögen, Treppen. Einige kaufen einen Becher Kwas bei Irina Jurtschenko. Auf ihre Küchenschürze sind bunte Matrjoschkas gedruckt, russische Einsteckpüppchen.
Irina Jurtschenko steht mit ihrem Stand allein vor dem Khanspalast. Nach russischem Gesetz muss der Blick auf Baudenkmäler frei sein, der Khans-Palast ist ein Baudenkmal, die Souvenirverkäufer mussten sich andere Plätze suchen, auch Sinaida. Nun frage ich die Kwasverkäuferin, was sie vom Anschluss der Krim an Russland hält. Augenblicklich füllen sich ihre Augen mit Tränen.
„Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber es heißt ja, Kindermund tut Wahrheit kund. Als damals die Flugzeuge aufstiegen und wir wussten, dass das russische sind, da haben die Kinder gerufen, sie konnten nicht mal das Alphabet, aber alle haben gerufen: „Ros-si-ja“. Das hätten Sie sehen müssen.“
Später sehe ich die Szene mit den Kindern in einem nachträglich produzierten Propagandafilm des russischen Fernsehens. 
Die Brücke aufs Festland: Prestigeprojekt und ABM-Maßnahme 
Grigorij fährt er ein Stück aus der Stadt heraus, einen Hügel hoch, immer an einem hohen Zaun entlang. Er will die Bauarbeiten von der großen Brücke aus der Nähe sehen. 19 Kilometer lang soll das Bauwerk werden. Ein Prestigeprojekt der Regierung. Gleichzeitig baut Russland fieberhaft eine Autobahn, um die Brücke, wenn sie denn fertig ist, mit den Touristenzentren zu verbinden.
„Es gibt jetzt Hoffnung. Seit dem Ende der Sowjetunion, während die Krim zur Ukraine gehörte, sind sämtliche Facharbeiter von hier fortgegangen; junge wurden gar nicht erst ausgebildet. Jetzt hat sich das geändert, es gibt eine Perspektive, die Leute sind irgendwie froh.“
Grigorij zeigt hinunter auf den Hafen von Kertsch. Große Buchten, Industrieanlagen.
„Das lag alles 20 Jahre brach. Das Schiffsreparaturwerk hatte überhaupt keine Aufträge. Die Leute waren alle im Ausland, um Geld zu verdienen. Jetzt aber werden Häuser gebaut. Das Leben normalisiert sich.“
Grigorij fährt runter zum Hafen. „Unsere Steuern – unsere Straßen“, steht auf einem großen Plakat. Es ist das letzte Wochenende der russischen Sommerferien. Die Saison auf der Krim geht zu Ende.
An der Fähre auf das russische Festland stehen lange Schlangen von Autos. Jeder, der nicht fliegt, muss durch dieses Nadelöhr. Neben den Fähren liegt ein Schiff voller Panzer und anderer Militärfahrzeuge.
„Nun gut, die Grenze zur Ukraine ist zu. Ich sage immer: Wer ums Gestern weint, ist schon ertrunken. Ja, es ist schwieriger geworden, das stimmt. Man arbeitet 18 Stunden, manchmal 24. Aber es gibt Arbeit. Man kann Geld verdienen. Es nützt nichts zu weinen. Es ist schwer. Aber hat einer gesagt, dass es leicht wird?“

 

 

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Sommer 2017 – Teil 3 – Morgenstimmung-

Wer Ruhe genießen und die Aura des Kurortes Yalta (Jalta) spüren möchte, sollte früh aufstehen!

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Während der russischen Ferien, welche sich im Sommer über drei Monate, vom Juni bis Ende August, erstrecken , sind in Yalta (Jalta) fast alle Hotels und Pensionen restlos ausgebucht. Der Tourismus boomt seit den letzten drei Jahren. Anfangs, 2014, kurz nach der Wiedervereinigung mit Russland, und der darauf folgenden, aus meiner Sicht,  nach meinem Wissen über die Region, die Menschen und politischen Schwierigkeiten mit der Ukraine, nicht nachvollziehbaren Sanktionen, sank die Anzahl ukrainischer Touristen spürbar. Gleichzeitig entdeckten die Russen aus einer Mischung von Patriotismus und dem Wegfall von Alternativen, Terrorismus in Türkei und Ägypten, ihre Halbinsel neu.
Auffällig sind auch die vielen Weißrussen. Nachdem sich gezeigt hat, das die Krim unter russischer Flagge, offen für alle ist und bleibt und das auch für Ukrainer gilt, nimmt ebenfalls die Zahl ukrainischer Besucher wieder zu.

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Vormittags, gegen 10 Uhr am Massandra Beach

Entsprechend voll sind nun die Promenade, die Strände und Restaurants tagsüber und Abends.

Aber nicht nur Russen, auch die Deutschen reisen wieder auf die Krim. So erfreuten wir uns dieses Jahr der Bekanntschaft eines deutschen Paares, welches im selben Hotel den Urlaub verbrachte, wie wir!
Auch bei den Flügen von Moskau nach Simferopol und zurück hörte man erfreulicherweise Deutsch!

Wenn tagsüber Promenade und Strand voll sind, kommt zwar Urlaubsgefühl auf, aber Entspannung nicht so recht. Daher kann ich jedem, der zu dieser Zeit dorthin reist, nur empfehlen, wenigstens ein oder zwei Tage früh aufzustehen und zu flanieren. Es offenbart sich ein Gefühl, die ganze, wunderbare Stadt, für sich selbst zu besitzen und man bekommt ein Gespür dafür, warum Yalta (Jalta) als Kurort gepriesen wird.

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Die Promenade ist fast Menschenleer. Die Sonne steht tief und es riecht nach Meer.

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Frühaufsteher genießen die Ruhe, das Grün und die Luft.

P1030057Andere holen den fehlenden Schlaf der Nacht nach und schlafen in den besten Betten der Welt 🙂

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Zur selben Zeit gehen die ersten Touristen und Einwohner vor dem Frühstück schwimmen oder sichern sich schon gute Plätze.

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Allmorgendlich trainierte eine Karateschule in aller Öffentlichkeit.

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Derweil werden Brunnen und Pflaster gereinigt.

Das Leben ab 2014 nach der Wiedervereinigung

Vieles habe ich bisher zum Leben auf Krim, nach dem Maidan in Kiew, geschrieben. Hier möchte ich mal kurz zusammenfassen wie sich das Leben, Stand September 2015, darstellt und was mir vor Ort aufgefallen ist.

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Die Krim gehört wieder zu Russland. Wer davor nicht dort gewesen ist, wird nicht glauben, dass es einmal anders war!

Nach meinen Eindrücken ist die Wiedervereinigung mit Russland ein direktes Ergebnis des Maidans. Nicht weil in der Ukraine ein Regierungswechsel stattgefunden hatte, dass war auch bei der orangenen Revolution mit Timoschenko als Präsidentin der Fall.
Es kam so, weil erkennbar antirussische Kräfte mit Hilfe der USA und der EU an der Macht beteiligt wurden. Es kam so, weil die Menschen, die zuvor in der „Automen Republik Krim“ gelebt haben, Angst vor Repressionen und vor allem vor kriegerischen Auseinandersetzungen, ähnlich im Donbass, hatten. Es kam so, weil die Menschen in der „Autonomen Republik Krim“ weiterhin russisch als Amtssprache behalten wollten und weil die Menschen die dort lebten, in überwältigender Mehrheit den Anschluss an Russland wollten.

Es wird viel gebaut.

Sowohl in Simferopol als auch im Großraum Yalta fällt auf, dass sehr viel gebaut wird.
So wurde in nahezu einem Jahr der Flughafen in Simferopol wesentlich vergrößert. Eine bauliche als auch logistische Meisterleistung, denn entgegen meiner Erwartungen ist nicht nur zweckmäßig, sondern auch ansehnlich gebaut worden.

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Terminal A, nachts um halb eins

Ebenfalls wurden die Schulen saniert und auf modernen Stand gebracht. So manche Schule in Deutschland hätte gern solche Ausstattung:

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Beamer, Interaktives Whiteboard, PC, TV

Erstaunlicher Weise waren in dieser Schule am Rande von Yalta fast alle Räume technisch auf neuestem Stand. Auch die Wege von den Bushaltestellen zu den Schulen wurden saniert.

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Mein erster Eindruck: Nicht nur am Hafen, überall in Yalta (Jalta) wird gebaut. Die Region putzt sich für die Saison heraus))

Erneuert wurden in Yalta Passagen der Promenade. Parallel wird massiv in neue Appartements investiert.

Das Leben ist teurer aber besser geworden.

Es klingt zuerst widersprüchlich. Die Preise für Lebensmittel sind innerhalb eines Jahres spürbar gestiegen. Allein in der Zeit vom Oktober 2014 bis Frühling 2015 um ca. 20%.
Ursachen dafür gibt es viele. Nennenswert sind der Rubelverfall, die Handelsverhinderungen seitens der Ukraine, die Sanktionen Russlands gegenüber der EU und der erhebliche Einkommenszuwachs.

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wer gut und frisch kaufen möchte, geht auf den Markt

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Auf dem Markt in Yalta gibt es alles, was den Gaumen kitzelt….

Den Preissteigerungen entgegen wirkt der, gegenüber der Ukraine wesentlich höhere, Lebensstandard in Russland. So bekommen Rentner mindestens die doppelte Rente und z.B. Lehrer mehr als das doppelte Gehalt. Dies gilt für jeden Bewohner der Krim, unabhängig seiner Wurzeln, also egal ob Russe, Ukrainer oder Tatar. Einzige Bedingung ist die Beantragung des russischen Passes.

Highlight

Für einige ältere Einwohner von Jalta (Yalta) ein Highlight. Der Tanz bis in den Sonnenuntergang.

Ganz ohne Kosten genießen überwiegend ältere Einwohner den Tanz in den Abend. Hierzu werden für zwei oder drei Stunden, ich habe die Zeit nicht gemessen, „sowjetische“ Schlager und Folklore gespielt. Das Bild hier zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der temporären Tanzfläche.
Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass die Menschen sich etwas vormachen. Das Leben in den Städten und Dörfern ist gelassen. Der Politik und den Medien wird nicht zu sehr getraut.

Es ist sehr voll.

Wer hiesigen Medien glauben schenkt, wird glauben, dass aufgrund der Sanktionen, der Reisewarnungen und des Wegfalles ukrainischer Touristen, die Urlaubsgebiete menschenleer sind.

Die Realität sieht so aus:

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September, also außerhalb der Hauptsaison 2015 am Stadtstrand von Yalta

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Ebenfalls im September 2015 aufgenommen.

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hier eine Aufnahme aus dem Mai aus Gurzuf.

Der Tourismus lebt. Die Menschen kommen hauptsächlich aus Russland, seid 2015 aber auch zunehmend aus China, Georgien und vermehrt wieder aus Deutschland.
Bei meiner letzten Reise nach Simferopol waren aus mir mindestens sechs weitere Deutsche im Flugzeug. Auch auf der Strandpromenade in Yalta ist zunehmend wieder „Deutsch“ zu hören.

Die Hotels sind gut ausgebucht, bei solchen Ansichten:

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oder solchen:

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Gurzuf im März 2015 am späten Nachmittag

ist das auch kein Wunder!

 

 

 

 

Mai/Juni 2015 – Allgemeines zum Leben auf Krim

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9. Mai

Im Jahr 2015 hatte ich noch zweimal das Glück, die Region zu bereisen. Einmal Ende Mai / Anfang Juni und einmal im Spätsommer.

In dieser Zeit gab es noch 24h am Tag Strom, was derzeit nicht der Fall ist, weil sogenannte „Aktivisten“ die Stromzuführung aus der Ukraine sabotiert haben.
Interessant der Sprachgebrauch in unseren Medien:
Hier wird und wurde von „Aktivisten“ gesprochen, tatsächlich war es ein ganz klarer Terrorakt, der den Keil zwischen den Menschen auf Krim und der Ukraine, spürbar, noch tiefer getrieben hat. (Ich schäme mich sehr für die Berichterstattung!)
Zeitweise gab es dadurch für die Menschen nur 2h Strom am Tag, eine Vormittag und eine am Nachmittag. Kaum vorstellbar, es würde uns in Deutschland passieren.

Sehr Auffällig im Mai waren die vielen Plakate, die auf den 9.Mai hinweisen. Der „Siegestag zum zweiten Weltkrieg“, ein Nationalfeiertag, wie kein anderer in Russland.
Das Plakat auf dem Foto hat mir am besten gefallen.

Ebenfalls sehr auffällig:

Polizeipatrolie am Hafen von Yalta

Die Präsenz der Polizei hat zugenommen. Immer öfter sind Patrolien zu sehen, in der Regel drei Polizisten, junge Kerle, die in touristischen Gebieten Präsenz zeigen.
Auch eine Reaktion, so wurde mir berichtet, auf die große Anzahl von Flüchtlingen aus der Ukraine.

Jetzt, knapp einem Jahr nach der Wiedervereinigung, spürt man, dass die Behörden normal arbeiten und durchgreifen.
Dies ist mir mehrfach in Restaurants aufgefallen. Zum Beispiel scheint es klare Regeln zum Alkoholausschank zu geben. So konnten wir nicht, wie früher, überall Bier trinken. Die Besitzer begründeten es mit fehlenden Lizenzen. Teilwiese gab es auch kein Bier, weil die Versorgung aus der Ukraine schwierig und die aus Russland ebenfalls nicht einfach ist.
Das Straßenbild hat sich verändert. Handel gibt es nun nur noch an speziell dafür vorgesehenen Orten. Der wilde Handel wurde offensichtlich gestoppt.

Dankbarkeit

Dankbarkeit

Wie dieses Foto, welches es an vielen Souvenierständen zu kaufen gibt, zeigt, gibt es in der Bevölkerung eine tiefe Dankbarkeit für die Forcierung der Wiedervereinigung mit Russland und der Verhinderung von Krieg mit der Ukraine.

Sushi

Sushi ein Trend in Yalta

Gab es im letzten Jahr Sushi hauptsächlich in speziellen Sushibars, so befindet sich Sushi nun auf der Speisekarte vieler Restaurants. Es sind zudem viele neue Sushibars eröffnet worden. EineEntwicklung die sehr auffällt. Zudem sehr schmackhaft. 😉

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Sehr praktisch, Ampeln mit Zeitanzeige. Diese Ampeln gibt es oft auf der Fernverkehrsstrasse zwischen Yalta und Simferopol sowie Yalta und Sewastopol.

 

 

 

 

 

 

 

Erste Eindrücke der politischen Lage (August 2014)

Nachdem ich meine Unterkunft bezogen habe, sammelte ich meine ersten Eindrücke.
Da ich das erste mal in Jalta und auf Krim war, kenne ich natürlich nicht den Unterschied zur Ära in welcher die Krim zur Ukraine gehörte.
Was mir sofort ins Auge stieß, war die Präsens von vielen kleinen und großen Gesten, die die Zugehörigkeit zu Russland und die Freude über diesen Wandel zur Schau stellten.

Es war die Zeit kurz vor der ersten Regionalwahl auf Krim unter Zugehörigkeit zu Russland!

Es war die Zeit kurz vor der ersten Regionalwahl auf Krim unter Zugehörigkeit zu Russland!

Ich beobachtete diesen Konvoi, in den ich hineingeraten bin, und habe festgestellt, dass der entgegenkommende Verkehr fast immer mit Lichthupe grüßte.

Ebenfalls gab es auf dem Boulevard am Hafen von Jalta fast jeden Abend eine Art „Tanz“ für ältere Einwohner.

Für einige ältere Einwohner von Jalta (Yalta) ein Highlight. Der Tanz bis in den Sonnenuntergang.

Für einige ältere Einwohner von Jalta (Yalta) ein Highlight. Der Tanz bis in den Sonnenuntergang.

Zeitweise beteiligten sich daran auch Touristen. Die Musik war meist volkstümlich und eine Art „Schlagermusik“

Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass die Medienberichte, wie z.B. im Spiegel, welche suggerierten, dass aufgrund der politischen Situation die Touristen auf Krim ausblieben, zum grössten Teil gelogen waren.
Auch der Vermieter meiner Unterkunft, ein Ukrainer, konnte nicht bestätigen, dass der Tourismus gelitten hat. Anstelle vieler ukrainischer und ausländischer Touristen kamen nun viel mehr Russen nach Jalta und sorgten für gute Belegung der Unterkünfte.
Die Touristenströme aus der Ukraine, so wie es zuvor die Regel war, sind stark zurückgegangen. So fiel mir auf, dass Restaurants, in denen ukrainische Fernsehsender auf den Grossbildschirmen liefen, oft weniger besucht waren.

Viele Touristen trugen T-Shirts mit politischen Slogans, wie „Politly People“ oder „Wir warten auf die Sanktionen“ oder Kleidung in Nationalfarben der Marke „Bosco“.
Das Design dieser Sport- und Freizeitkleidung ist für meinen Geschmack sehr gelungen!
Sehr oft jedoch sah auch ich Kleidung mit US-Flagge, Bundesadler und britischer Flagge. Die Menschen dort, so mein Eindruck, fühlen sich zwar als Russen, lieben aber auch den westlichen Lebensstil und tragen das zur Schau!

Insgesamt hat so gut wie nichts auf die frühere Zugehörigkeit zur Ukraine hingewiesen. Lediglich einige Hinweisschilder in Restaurants waren noch auf Ukrainisch.