Sommer 2017 – Teil 3 – Morgenstimmung-

Wer Ruhe genießen und die Aura des Kurortes Yalta (Jalta) spüren möchte, sollte früh aufstehen!

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Während der russischen Ferien, welche sich im Sommer über drei Monate, vom Juni bis Ende August, erstrecken , sind in Yalta (Jalta) fast alle Hotels und Pensionen restlos ausgebucht. Der Tourismus boomt seit den letzten drei Jahren. Anfangs, 2014, kurz nach der Wiedervereinigung mit Russland, und der darauf folgenden, aus meiner Sicht,  nach meinem Wissen über die Region, die Menschen und politischen Schwierigkeiten mit der Ukraine, nicht nachvollziehbaren Sanktionen, sank die Anzahl ukrainischer Touristen spürbar. Gleichzeitig entdeckten die Russen aus einer Mischung von Patriotismus und dem Wegfall von Alternativen, Terrorismus in Türkei und Ägypten, ihre Halbinsel neu.
Auffällig sind auch die vielen Weißrussen. Nachdem sich gezeigt hat, das die Krim unter russischer Flagge, offen für alle ist und bleibt und das auch für Ukrainer gilt, nimmt ebenfalls die Zahl ukrainischer Besucher wieder zu.

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Vormittags, gegen 10 Uhr am Massandra Beach

Entsprechend voll sind nun die Promenade, die Strände und Restaurants tagsüber und Abends.

Aber nicht nur Russen, auch die Deutschen reisen wieder auf die Krim. So erfreuten wir uns dieses Jahr der Bekanntschaft eines deutschen Paares, welches im selben Hotel den Urlaub verbrachte, wie wir!
Auch bei den Flügen von Moskau nach Simferopol und zurück hörte man erfreulicherweise Deutsch!

Wenn tagsüber Promenade und Strand voll sind, kommt zwar Urlaubsgefühl auf, aber Entspannung nicht so recht. Daher kann ich jedem, der zu dieser Zeit dorthin reist, nur empfehlen, wenigstens ein oder zwei Tage früh aufzustehen und zu flanieren. Es offenbart sich ein Gefühl, die ganze, wunderbare Stadt, für sich selbst zu besitzen und man bekommt ein Gespür dafür, warum Yalta (Jalta) als Kurort gepriesen wird.

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Die Promenade ist fast Menschenleer. Die Sonne steht tief und es riecht nach Meer.

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Frühaufsteher genießen die Ruhe, das Grün und die Luft.

P1030057Andere holen den fehlenden Schlaf der Nacht nach und schlafen in den besten Betten der Welt 🙂

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Zur selben Zeit gehen die ersten Touristen und Einwohner vor dem Frühstück schwimmen oder sichern sich schon gute Plätze.

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Allmorgendlich trainierte eine Karateschule in aller Öffentlichkeit.

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Derweil werden Brunnen und Pflaster gereinigt.

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Sommer 2017 Teil 2 -Gastfreundschaft-

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Bevor ich meine Schilderungen fortsetze, eine wichtige Information und ein Dank an die nun mehr als 10.000 Besucher meines Blogs :).
Auf ganz Krim gibt es, für Besucher aus westlichen Ländern, keine Möglichkeit an Bankautomaten Geld abzuheben. Das ist eine Folge, der von den USA verhängten Sanktionen gegenüber der Krim. Obwohl Master Card und Visa offiziell als Zahlungsmittel genutzt werden können, gilt dies jedoch nur für Kunden russischer Geldinstitute. Master Card und Visa haben sich somit dem Druck der US-Regierung gebeugt. Es soll westlichen Bürgern verhindert, zumindest erschwert werden, sich vor Ort ein Bild über die Situation zu machen.
Also, wer hierhin reisen möchte, sollte genügend Geld mitbringen.
Zu Preisen und notwendigen Budgets könnt ihr mich gern befragen 🙂

Nun zu einem wunderbaren Erlebnis mit Einwohnern der Krim:

 

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Die Crew des weißrussischen Restaurants „Parus“ beim Prost auf das Geburtstagskind (rechts)

Bei dieser Reise hatte ich mir vorgenommen, alle guten Bekannten, die ich nun schon seit 3 Jahren kenne und die mir, zum Einen wichtige Informationen liefern, zum Anderen aber auch viel Gastfreundschaft und schöne Erlebnisse beschert haben, zu einer gemeinsamen Party einzuladen. Als Location habe ich, mein erstes Restaurant, welches ich 2014, beim ersten Besuch Yaltas, besucht habe, auserwählt.
Es war das weißrussische Restaurant „Parus“, nahe dem „Port Yalta“.
Ich hatte den Restaurantbesitzer gleich am ersten Tag über mein Vorhaben informiert und damit eine große Welle ausgelöst.
Der Besitzer und seine Mannschaft waren derart stolz darauf, dass meine Wahl auf dessen Restaurant fiel, dass sie sich vornahmen uns ein unvergleichliches Erlebnis zu organisieren. Mehrfach trafen wir uns zu Absprachen, bei köstlicher Versorgung. Der Restaurantbesitzer hatte gleichzeitig und ab sofort nahezu jedem Gast, voller Stolz, darüber informiert, dass hier zum Termin X eine Feier eines deutschen Touristen stattfindet. Er bereitete mich darauf vor, dass ich unbedingt eine Ansprache halten muss und dass wir alle Gäste des Restaurants an diesem Abend in die Feier einbinden müssen.

Für Ihn war es ein großer Tag :), für mich gleichfalls!

Nun muss man wissen, dass in Russland etwas andere Sitten herrschen als hier. Das Restaurant hatte eine Lizenz für Speisen, Bier und nicht alkoholische Getränke. Wein, Sekt und Wodka mussten wir selbst mitbringen (beistellen). Dennoch wurden diese Getränke professionell ausgeschenkt. Kostenpunkt für diese Getränke für 15 Personen ca. 6000 Rubel.
Das Essen war perfekt, Schaschlik, Salate, Suppen, Fisch, Fleisch……. mehr als genug und natürlich auch Desserts. Kostenpunkt: 12.000 Rubel.
In Summe hat die Party also umgerechnet knapp 260 € gekostet, für 15 Personen!!!!

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Inklusive einer tollen DJane und einer Überraschung des Restaurants für uns. Extra für mich als Deutschen hat das Restaurant eine Folklore-Gesangsgruppe organisiert. Ich war sehr gerührt, denn es hat mir die russische Seele so nah gebracht, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe.

Die Party ging voll ab:

Es wurde viel getanzt, gesungen, gegessen und getrunken.

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Tanzeinlage zu später Stunde

Dann noch die Ansprache, in der ich unsere Gäste und gleichsam alle anderen Restaurantgäste herzlich begrüßte, meine Freude über das Hiersein und über die Zusammenkunft zum Ausdruck brachte und letztendlich alle auf die Zukunft von Yalta (Jalta), dem schönsten Ort auf der Welt, und darauf, dass es eine gute Zukunft für alle Menschen, die hier leben, geben soll, anstoßen lies!
Das Ergebnis dieser Party, ich wurde Teil der Familie und Restaurantcrew, die, wie ich später erfuhr, extra Lautsprecher für die Ansprache außerhalb der Restaurants aufstellen lies.

So wurde ich Teil der Familie und natürlich auch Teil der Geburtstagsfeier, drei Tage später, und ich hatte Mühe, alle davon zu überzeugen, dass ich Mittags lieber ein Bier, als Cognac trinken möchte. 🙂

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Die Menschen hier, deren Art und Offenheit, zugleich deren Toleranz und Pragmatismus im Alltag, beeindrucken mich zutiefst! Ich fühle mich verbunden und freue mich schon riesig auf ein Wiedersehen!
Es beschämt mich zutiefst, dass Einwohner von Krim keine Chance auf ein Visum für Deutschland haben, und ich sie somit nicht nach Deutschland einladen kann, weil unsere Regierung der Meinung ist, die Krim gehört zur Ukraine und die Menschen müssen einen ukrainischen Pass haben. Tatsächlich aber ist die Krim russisch und nahezu jeder hat hier einen russischen Pass um steuerlich, gewerblich oder rententechnisch gemeldet zu sein. Menschen werden von Deutschland für etwas bestraft, was sie nicht verschuldet haben und Menschen werden von unserer Regierung diskriminiert, weil sie hingehören, wo sie hingehören!

 

Sommer 2017 Teil 1

Dieses Jahr, Ende Juli hat es mich wieder nach Yalta gezogen.
Ich war sehr gespannt auf die Veränderungen dort und natürlich voller Vorfreude auf die Menschen, die ich dort kennen und  lieben gelernt habe, das Klima, die Natur und die Erholung, die ich dort bisher immer fand.

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Ich nehme es vorweg, ich wurde nicht enttäuscht!

Zu erst, gleich nach der Landung in Simferopol, fiel mir auf, dass die Arbeiten am internationalen Airport, der dort, in der Annahme und im Glauben daran, dass die Zugehörigkeit der Krim zu Russland zunehmend von anderen Staaten anerkannt, oder zumindest toleriert wird, sichtbar voranschreiten.

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Der Internationale Airport nimmt Gestalt an

Was mich sehr freut ist zudem, dass offensichtlich die Informationen vom Taxifahrer Eduard, den ich hier schon zitiert habe und dessen Äußerungen von einigen Lesern dieses Blogs in Frage gestellt wurden, doch stichhaltig waren.

Die Anreise ist leider immer noch beschwerlich. Man muss über Moskau nach Simferopol fliegen. Mit Zwischenstopps dauert das insgesamt zwischen 7 und 9 Stunden.
Ein Blick aus dem Bullauge des Flugzeuges kann aber sehr entschädigend sein 😉

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Für den Transfer von Simferopol nach Yalta (82 km) gibt es, wie schon beschrieben, mehrere Möglichkeiten.
Möglichkeit 1: Trolleybus, Reisezeit ca. 3h, Preis 138 Rubel
Möglichkeit 2: Marschroutcar (einfacher Reisebus), Reisezeit ca. 1,5-2h, Preis 150-283 Rubel
Möglichkeit 3: Taxi, Reisezeit bis ca. 1,5h, aber Transfer bis zum Hotel, Preis: 1800 Rubel.
Berücksichtigt man den Rubelkurs, von 68:1 Euro, kann man also für zwischen 2 und 28 Euro die letzte Reiseetappe angehen.

 

Die erste kleine Enttäuschung, trotz immenser Investitionen von Russland auf Krim, ist die Hauptstraße noch immer so marode, wie zu meinem ersten Besuch 2014.

In Yalta angekommen, fiel mir sofort auf, wie sehr der Tourismus dort boomt

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Massandra Beach

Die Strände sind proppenvoll, Wassertemperatur 24-26 Grad, Lufttemperatur Vormittags gegen 10:00 30 Grad, Nachmittags bis zu 36 Grad. Die Atmosphäre ist dennoch sehr gut, freundliche, gutgelaunte Menschen, sehr viele Kinder.

Es ist sehr Empfehlenswert den Tag dort dreizuteilen.
Vormittags, nach dem Frühstück an den Strand. Da findet man noch gute Liegeplätze.

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Ab 11 Uhr wenn die Sonne zu stark wird, ist es besser sich zurückzuziehen. Ab ca. 16 Uhr wird es wieder angenehm………..

 

 

 

 

Yaltas zweites Gesicht

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Yaltas Vorstadt

Bisher habe ich fast ausschließlich die schönen Seiten der Region Großyalta beschrieben. Tatsächlich ist das leider nur die halbe Wahrheit.
Während auf den Wegen und in den Lagen, wo sich mehrheitlich Touristen bewegen und aufhalten, kräftig investiert wird und am Antlitz der Stadt gearbeitet wird, wird die zweite Reihe sträflich vernachlässigt.

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Hausflur eines Wohnhauses

So fühlt man sich in den Randbezirken Yaltas in ein rückständiges Land versetzt. Die Bausubstanz, aber auch die Ordnung und Infrastruktur erzeugen in mir ein unwohles Gefühl. Man könnte glauben, dass sich hier die letzten 50 Jahre nichts getan hat. Niemand schein sich hier für das Allgemeine zu interessieren. Hausflure in Mehrfamilienhäusern sind ungeputzt und voller Müll. Jeder interessiert sich nur für das, was in den eigenen vier Wänden passiert. Trittschallschutz in den Wohnungen existiert praktisch nicht.

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Geht man nachts den Weg in die Innenstadt, dann muss man sehr Vorsichtig sein. Die Fusswege sind voller Schlaglöcher, vom Regen ausgespült, vom Winter aufgebrochen.

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Die zweite Reihe der Strandpromenade

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Was für ein Kontrast zur ersten Reihe der Promenade. (200m Luftline entfernt)

In der Innenstadt, direkt in Zweiter Reihe sieht es aus, als befände man sich in einer anderen Zivilisation. So ein Kontrast und Niveaugefälle habe ich in Deutschland noch nie gesehen.

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In den Gassen riecht es nach Urin, Müll ist keine Seltenheit.
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Die Wege sind oft nicht durchgehend asphaltiert. Es gibt viele angefangene Bauten, die nicht fertiggestellt wurden. Oft sieht man eingefallene Bauten um die sich niemand kümmert. Kurz, diese Ecken sind sehjr unattraktiv. Dennoch werden hier für Übernachtungen Preise von bis zu 60€ pro Nacht für ein kleines Appartment aufgerufen.

Diese Zustände ärgern mich sehr, den sie trüben die sonst positiven Eindrücke gewaltig.
Die Menschen in Yalta scheint das aber gar nicht so sehr zu stören. Sie kennen es nicht anders und glauben nicht daran, dass der Staat und die Gemeinschaft hier etwas ändern können/wollen. Das schnelle Geld hat offensichtlich Vorrang.

Aus Eigenantrieb wird sich hier nichts bessern. Dem Problem ist meiner Meinung nach nur politisch zu entgegnen. Der politische Wille hierfür muss jedoch erst noch erzeugt werden.

Yalta, auch im Winter wunderschön!

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Eines vorweg, die Faszination der Stadt lässt sich nicht in Worte fassen. Daher werde ich in diesem Beitrag hauptsächlich Bilder sprechen lassen, die die schöne Seite dieser Stadt hoffentlich überzeugend illustrieren.

Beginnen möchte ich mit Impressionen vom Boulerard (Uferterasse).
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Das Wasser schimmert in traumhaften Blautönen, die Sonne, so sie herauskommt, hat eine Kraft, wie bei uns im Frühling. Im Hintergrund die schneebedeckten Berge.

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29-dezember-2016-1Die See, im Winter wesentlich launischer als im Sommer peitscht gegen den Wall.

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Eduards Lebensgeschichte -aus der Ukraine vertrieben-

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Auf der Fahrt von Simferopol nach Yalta gab es viel Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem sehr interessierten und gut informierten Taxifahrer. Es hatte geschneit und auf den Straßen ging es nur langsam voran.

Eduard erzählte, dass er sehr stolz und glücklich ist, in Simferopol zu leben und sich sehr darüber freut, einen Deutschen fahren zu dürfen. Sein Lebenslauf erklärt das sehr gut.

Geboren in der UdSSR am Amur, nahe der chinesischen Grenze. Als Soldat war er zu DDR- Zeiten 5 Jahre in Potsdam stationiert. Danach verschlug es ihn mit seiner Familie nach Lwiw in der heutigen Ukraine. Dort baute er sich eine Baufirma auf, die bis zu 90 Mitarbeiter beschäftigte. Er berichtete, dass es sich dort bis zum Maidan 2014 einigermaßen gut Leben ließ.

Nach dem Maidan änderte sich das politische Klima schlagartig. Antirussischer Nationalismus wurde salonfähig und Nationalisten wurden an der Macht beteiligt.
So wurde ihm unmissverständlich klar gemacht, dass „Russenschweine“ unerwünscht sind. (Entschuldigen Sie bitte die harte Wortwahl, aber ich gebe exakt wieder, wie es mir berichtet wurde)
Um sich und seine Familie zu schützen musste seine Firma aufgeben und ist mit seiner Familie nach Simferopol gezogen.
Heute ist er wieder glücklich und freut sich sehr über die großen Fortschritte in seiner neuen Heimat.
Von der politischen Einstellung der deutschen Regierung ist er zutiefst enttäuscht.

Neujahr 2017 auf Krim – Part 1 -Eindrücke zur politischen Situation-

Endlich hatte ich wieder Gelegenheit die Halbinsel Krim zu besuchen. Der Anlass war eine Einladung zu den russischen Weihnachtsfestlichkeiten. Anders als bei uns beginnen diese  mit dem Jahreswechsel, also mit Silvester und zogen sich dieses Jahr bis zum 10. Januar hin.

Bevor ich jedoch näher darauf und auf weitere Eindrücke aus Yalta eingehe, hier Neuigkeiten und Eindrücke aus politischer Sicht.

Zuerst zum Flughafen in Simferopol.

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Terminal A -Die Abflughalle

Die Umbau- und Erweiterungsarbeiten am alten Airport sind weitestgehend abgeschlossen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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Der Airport ist immer noch ausschließlich national. Laut meinen Informationen wird sich das jedoch in Kürze ändern. Zum Beispiel sind die Türkei, Griechenland aber auch China  als mögliche  Anflugziele im Gespräch. Für diese Gäste wurde schon vorgesorgt, so gibt es jetzt z.B. auch Duty-Free Shops und eine Ausstattung auf dem Niveau des Dresdner Flughafens.

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Lediglich die Empfangshalle hat noch den Charme alter Zeiten.

Viel größer jedoch sind die Pläne, die mit einem neuen Airport in Simferopol einhergehen.
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Es wird ein internationaler Airport, ausgelegt für 8 Millionen Fluggäste pro Jahr.
Ein gigantischer Plan, wenn man bedenkt, dass bis vor drei Jahren „nur“ ungefähr drei Millionen Touristen  pro Jahr die Krim besuchten und zusätzlich bald die Brücke von Kertsch fertiggestellt wird.
Es gibt Szenarien, so unser Taxifahrer aus Simferopol, in denen von jährlich 30. Mio Touristen ausgegangen wird
Offensichtlich geht man in Russland fest davon aus, dass die Krim relativ bald international anerkannter Teil Russlands sein wird.

Das diese Pläne keine Luftnummer sind, zeigt die Baustelle rechts hinten in diesem Foto:
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Hier ist klar zu erkennen, dass am neuen Airport bereits gebaut wird!

Gleichzeitig steht es um die Meinungsfreiheit bei Weitem nicht so schlecht, wie uns hier in den deutschen Medien suggeriert wird.
So vielen mir zum Beispiel Fahrzeuge auf, in denen Ukrainer offen und ungestört den Stolz auf ihre ukrainische Herkunft und Zugehörigkeit zur Schau gestellt haben. Ein Szenario, welches sich ein Russe in der Ukraine nur schwer vorstellen kann.
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Übrigens: Freunde russlandfeindlicher Berichterstattung können diese auch in russischer Sprache erwerben:
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Das es dem Springerverlag erlaubt ist, ihre heuchlerische und kriegstreibende Meinungsbeeinflussung auch in Russland auszuüben zeigt, das in Russland Pressefreiheit existiert. Zumindest auf dem Niveau, wie hier in Deutschland, wo pro- russische Nachrichtenportale von höchster Ebene verunglimpft und in Ihrer Arbeit behindert werden dürfen!

Das Leben ab 2014 nach der Wiedervereinigung

Vieles habe ich bisher zum Leben auf Krim, nach dem Maidan in Kiew, geschrieben. Hier möchte ich mal kurz zusammenfassen wie sich das Leben, Stand September 2015, darstellt und was mir vor Ort aufgefallen ist.

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Die Krim gehört wieder zu Russland. Wer davor nicht dort gewesen ist, wird nicht glauben, dass es einmal anders war!

Nach meinen Eindrücken ist die Wiedervereinigung mit Russland ein direktes Ergebnis des Maidans. Nicht weil in der Ukraine ein Regierungswechsel stattgefunden hatte, dass war auch bei der orangenen Revolution mit Timoschenko als Präsidentin der Fall.
Es kam so, weil erkennbar antirussische Kräfte mit Hilfe der USA und der EU an der Macht beteiligt wurden. Es kam so, weil die Menschen, die zuvor in der „Automen Republik Krim“ gelebt haben, Angst vor Repressionen und vor allem vor kriegerischen Auseinandersetzungen, ähnlich im Donbass, hatten. Es kam so, weil die Menschen in der „Autonomen Republik Krim“ weiterhin russisch als Amtssprache behalten wollten und weil die Menschen die dort lebten, in überwältigender Mehrheit den Anschluss an Russland wollten.

Es wird viel gebaut.

Sowohl in Simferopol als auch im Großraum Yalta fällt auf, dass sehr viel gebaut wird.
So wurde in nahezu einem Jahr der Flughafen in Simferopol wesentlich vergrößert. Eine bauliche als auch logistische Meisterleistung, denn entgegen meiner Erwartungen ist nicht nur zweckmäßig, sondern auch ansehnlich gebaut worden.

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Terminal A, nachts um halb eins

Ebenfalls wurden die Schulen saniert und auf modernen Stand gebracht. So manche Schule in Deutschland hätte gern solche Ausstattung:

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Beamer, Interaktives Whiteboard, PC, TV

Erstaunlicher Weise waren in dieser Schule am Rande von Yalta fast alle Räume technisch auf neuestem Stand. Auch die Wege von den Bushaltestellen zu den Schulen wurden saniert.

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Mein erster Eindruck: Nicht nur am Hafen, überall in Yalta (Jalta) wird gebaut. Die Region putzt sich für die Saison heraus))

Erneuert wurden in Yalta Passagen der Promenade. Parallel wird massiv in neue Appartements investiert.

Das Leben ist teurer aber besser geworden.

Es klingt zuerst widersprüchlich. Die Preise für Lebensmittel sind innerhalb eines Jahres spürbar gestiegen. Allein in der Zeit vom Oktober 2014 bis Frühling 2015 um ca. 20%.
Ursachen dafür gibt es viele. Nennenswert sind der Rubelverfall, die Handelsverhinderungen seitens der Ukraine, die Sanktionen Russlands gegenüber der EU und der erhebliche Einkommenszuwachs.

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wer gut und frisch kaufen möchte, geht auf den Markt

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Auf dem Markt in Yalta gibt es alles, was den Gaumen kitzelt….

Den Preissteigerungen entgegen wirkt der, gegenüber der Ukraine wesentlich höhere, Lebensstandard in Russland. So bekommen Rentner mindestens die doppelte Rente und z.B. Lehrer mehr als das doppelte Gehalt. Dies gilt für jeden Bewohner der Krim, unabhängig seiner Wurzeln, also egal ob Russe, Ukrainer oder Tatar. Einzige Bedingung ist die Beantragung des russischen Passes.

Highlight

Für einige ältere Einwohner von Jalta (Yalta) ein Highlight. Der Tanz bis in den Sonnenuntergang.

Ganz ohne Kosten genießen überwiegend ältere Einwohner den Tanz in den Abend. Hierzu werden für zwei oder drei Stunden, ich habe die Zeit nicht gemessen, „sowjetische“ Schlager und Folklore gespielt. Das Bild hier zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der temporären Tanzfläche.
Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass die Menschen sich etwas vormachen. Das Leben in den Städten und Dörfern ist gelassen. Der Politik und den Medien wird nicht zu sehr getraut.

Es ist sehr voll.

Wer hiesigen Medien glauben schenkt, wird glauben, dass aufgrund der Sanktionen, der Reisewarnungen und des Wegfalles ukrainischer Touristen, die Urlaubsgebiete menschenleer sind.

Die Realität sieht so aus:

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September, also außerhalb der Hauptsaison 2015 am Stadtstrand von Yalta

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Ebenfalls im September 2015 aufgenommen.

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hier eine Aufnahme aus dem Mai aus Gurzuf.

Der Tourismus lebt. Die Menschen kommen hauptsächlich aus Russland, seid 2015 aber auch zunehmend aus China, Georgien und vermehrt wieder aus Deutschland.
Bei meiner letzten Reise nach Simferopol waren aus mir mindestens sechs weitere Deutsche im Flugzeug. Auch auf der Strandpromenade in Yalta ist zunehmend wieder „Deutsch“ zu hören.

Die Hotels sind gut ausgebucht, bei solchen Ansichten:

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oder solchen:

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Gurzuf im März 2015 am späten Nachmittag

ist das auch kein Wunder!

 

 

 

 

Die Ruhe vor dem Ansturm

Ende Mai, Anfang Juni lässt sich die Region Großyalta in Ruhe genießen.
Zwar gibt es genügend Touristen, viele mit schmalem Geldbeutel, aber im Vergleich zum Massenansturm im Sommer kann man fast die Einsamkeit genießen. Die Temperaturen sind mild, das Meer jedoch noch nicht warm genug für ausgiebige Badegänge.
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Das Bild habe ich am Abend am Massandra Strand aufgenommen.
(Mit dem Handy, die Bildqualität hat mich selbst erstaunt).
Blickt man von diesem Ort nach rechts, sieht man:

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Yalta aus Sicht von Massandra

Yalta und das wunderschöne Relief bis hin zum Ai Petri.
An diesem Abend saßen wir fast allein am Wasser. Ich hatte ein leckeres Schiguli Bier dabei und meine Begleitung genoss frische Crevetten.

 

Außer uns waren nur Angler am ruhigen Meer.

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Vormittags, vor dem Frühstück, zog es uns regelmäßig zum Kaffischka, einer Kaffebar, die durchgängig geöffnet hat und sehr guten Kaffee anbietet. Ein zweiter Geheimtipp sind die beiden Julius Meindl Bäckereien, die es in Yalta gibt. Hier gibt es unschlagbare Croissants 😉

Das Kaffischka lag auf unserem weg zum Markt, wo wir gewöhnlich unsere Lebensmittel kauften.

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Die Fleischabteilung des Marktes in Yalta

Mal abgesehen davon, dass ich dort letztes Jahr einmal beim Wurstkauf gehörig über den Tisch gezogen wurde, haben wir hier sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Einkaufen auf dem Markt, wo es auch Gemüse, Obst, Gewürze, Käse, Butter, Säfte, Tee….. gibt ist immer wieder ein besonderes Erlebnis.

Mai/Juni 2015 – Allgemeines zum Leben auf Krim

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9. Mai

Im Jahr 2015 hatte ich noch zweimal das Glück, die Region zu bereisen. Einmal Ende Mai / Anfang Juni und einmal im Spätsommer.

In dieser Zeit gab es noch 24h am Tag Strom, was derzeit nicht der Fall ist, weil sogenannte „Aktivisten“ die Stromzuführung aus der Ukraine sabotiert haben.
Interessant der Sprachgebrauch in unseren Medien:
Hier wird und wurde von „Aktivisten“ gesprochen, tatsächlich war es ein ganz klarer Terrorakt, der den Keil zwischen den Menschen auf Krim und der Ukraine, spürbar, noch tiefer getrieben hat. (Ich schäme mich sehr für die Berichterstattung!)
Zeitweise gab es dadurch für die Menschen nur 2h Strom am Tag, eine Vormittag und eine am Nachmittag. Kaum vorstellbar, es würde uns in Deutschland passieren.

Sehr Auffällig im Mai waren die vielen Plakate, die auf den 9.Mai hinweisen. Der „Siegestag zum zweiten Weltkrieg“, ein Nationalfeiertag, wie kein anderer in Russland.
Das Plakat auf dem Foto hat mir am besten gefallen.

Ebenfalls sehr auffällig:

Polizeipatrolie am Hafen von Yalta

Die Präsenz der Polizei hat zugenommen. Immer öfter sind Patrolien zu sehen, in der Regel drei Polizisten, junge Kerle, die in touristischen Gebieten Präsenz zeigen.
Auch eine Reaktion, so wurde mir berichtet, auf die große Anzahl von Flüchtlingen aus der Ukraine.

Jetzt, knapp einem Jahr nach der Wiedervereinigung, spürt man, dass die Behörden normal arbeiten und durchgreifen.
Dies ist mir mehrfach in Restaurants aufgefallen. Zum Beispiel scheint es klare Regeln zum Alkoholausschank zu geben. So konnten wir nicht, wie früher, überall Bier trinken. Die Besitzer begründeten es mit fehlenden Lizenzen. Teilwiese gab es auch kein Bier, weil die Versorgung aus der Ukraine schwierig und die aus Russland ebenfalls nicht einfach ist.
Das Straßenbild hat sich verändert. Handel gibt es nun nur noch an speziell dafür vorgesehenen Orten. Der wilde Handel wurde offensichtlich gestoppt.

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Dankbarkeit

Wie dieses Foto, welches es an vielen Souvenierständen zu kaufen gibt, zeigt, gibt es in der Bevölkerung eine tiefe Dankbarkeit für die Forcierung der Wiedervereinigung mit Russland und der Verhinderung von Krieg mit der Ukraine.

Sushi

Sushi ein Trend in Yalta

Gab es im letzten Jahr Sushi hauptsächlich in speziellen Sushibars, so befindet sich Sushi nun auf der Speisekarte vieler Restaurants. Es sind zudem viele neue Sushibars eröffnet worden. EineEntwicklung die sehr auffällt. Zudem sehr schmackhaft. 😉

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Sehr praktisch, Ampeln mit Zeitanzeige. Diese Ampeln gibt es oft auf der Fernverkehrsstrasse zwischen Yalta und Simferopol sowie Yalta und Sewastopol.