Eduards Lebensgeschichte -aus der Ukraine vertrieben-

neujahr

Auf der Fahrt von Simferopol nach Yalta gab es viel Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem sehr interessierten und gut informierten Taxifahrer. Es hatte geschneit und auf den Straßen ging es nur langsam voran.

Eduard erzählte, dass er sehr stolz und glücklich ist, in Simferopol zu leben und sich sehr darüber freut, einen Deutschen fahren zu dürfen. Sein Lebenslauf erklärt das sehr gut.

Geboren in der UdSSR am Amur, nahe der chinesischen Grenze. Als Soldat war er zu DDR- Zeiten 5 Jahre in Potsdam stationiert. Danach verschlug es ihn mit seiner Familie nach Lwiw in der heutigen Ukraine. Dort baute er sich eine Baufirma auf, die bis zu 90 Mitarbeiter beschäftigte. Er berichtete, dass es sich dort bis zum Maidan 2014 einigermaßen gut Leben ließ.

Nach dem Maidan änderte sich das politische Klima schlagartig. Antirussischer Nationalismus wurde salonfähig und Nationalisten wurden an der Macht beteiligt.
So wurde ihm unmissverständlich klar gemacht, dass „Russenschweine“ unerwünscht sind. (Entschuldigen Sie bitte die harte Wortwahl, aber ich gebe exakt wieder, wie es mir berichtet wurde)
Um sich und seine Familie zu schützen musste seine Firma aufgeben und ist mit seiner Familie nach Simferopol gezogen.
Heute ist er wieder glücklich und freut sich sehr über die großen Fortschritte in seiner neuen Heimat.
Von der politischen Einstellung der deutschen Regierung ist er zutiefst enttäuscht.

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14 Gedanken zu „Eduards Lebensgeschichte -aus der Ukraine vertrieben-

  1. Hallo Freunde,
    ich möchte diesen Erfahrungen Recht geben, das ist die Tatsache, ich habe etwas ähnliches erlebt, 2016 habe ich dort Urlaub genossen, mit vielen Leuten habe ich geredet, die Bewohner
    leben dort relativ in Sicherheit, Zufriedenheit, gar kein Gewalt, da herrscht wirkliche Freiheit… Moderne Gesellschaft, angenehme Leute etc. Überschuss vom Lebensmittel und Lebensbedarf.
    Strassen und Verkehr in Ordnung. Natürlich die sinnlose Sanktionen und die Meinstriemlüge…
    aber die Gesellschaft hat sich angepasst und zeigen sich davon viele positive Tatsachen.
    Ich komme dort hin bald wieder.
    Vaclav C.

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  2. Pingback: Muinegi / Neues von der Krim / Eduard und Yalta « bumi bahagia / Glückliche Erde

  3. Haben Sie die Geschichte des Taxifahrers auch auf den Wahrheitsgehalt überprüft. Ich lebe ca. 100 Tage im Jahr auf der Krim und weiß aus eigener Erfahrung Taxifahrer die wildesten Geschichten erzählen. Ich bin auch sehr oft in Kiev und kann daher diese Geschichte überhaupt nicht nach vollziehen. Warum sollte Ihr Eduard einen Betrieb mit 90 Angestellten aufgeben und dann in Simferopol Taxifahrer werden. Wegen ein paar Beschimpfungen seine Existenz riskieren? Klingt für mich überhaupt nicht schlüssig. Vielleicht Eduards Geschichte wahr, vielleicht aber auch nicht. Aber bitte glauben Sie nicht blauäugig alles, was man Ihnen erzählt.

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    • Hallo Anton,
      Dein Einwand ist richtig, wenn ich hier über Erzähltes berichte, dann habe ich den Wahrheitsgehalt nicht umfänglich geprüft. Wie auch, ich bin ja nur ein Reisender, der berichtet was er sieht und hört. Mehr beanspruche ich nicht.
      Dennoch, Eduards Geschichte erscheint mir glaubwürdig. Zum Einen, weil er erstaunlich gut Deutsch spricht und alles, was er aus Potsdam berichtet hat nachvollziehbar war. Zum Anderen, weil er nicht der erste war, der mir solche Geschichten aus der Ukraine erzählt. In meinem Bekanntenkreis auf Krim gab es zur Silvesterfeier eine aufgeregte Diskussion zum Thema Ukraine. Hier gab es zum Beispiel ein Paar, der Mann ist ein russischer Bär und die Frau Ukrainerin. Seit zwei Jahren traut sich der Mann nicht mehr zur Familie seiner Frau mitzureisen. Das Problem liegt nicht bei den Schwiegereltern, es liegt darin, dass in dem Städtchen nationalistische Unruhestifter kaum zurückgehalten werden, vorsichtig ausgedrückt.
      Deshalb habe ich mich dazu durchgerungen von Eduard zu schreiben.
      Vielleicht gab es für ihn noch andere Gründe die Ukraine zu verlassen, vielleicht war seine Firma viel kleiner, als geschildert, aber der Kern der Geschichte spiegelt einen Teil der heutigen Ukraine wieder, das glaube ich, kann man behaupten.

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  4. nunja,
    wer Terroristen im Donbass und den Massenmörder Putin unterstützt, darf sich nciht wundern, wenn entspr. wütende Ukrainer – deren Verwandte von Russen ermordet wurden – einem nahelegen, woanders hinzuziehen, wenn man mit der ukrainischen Verfassung und Gesellschaft nicht einverstanden ist.

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    • Lieber asf. Bevor du etwas zum Donbass und etwas über Putin sagst, solltest du dich kundig darüber machen, was in der Ukraine wirklich geschehen ist und wirklich geschieht. Dasselbe gilt für Putin. Bist du im Bilde über sein Hauptwerk, darüber, dass er Betriebe und Werke und Güter weitgehend aus den Fängen der Weltvampire zurück in den Besitz Russlands gebracht hat?

      Massenmörder Putin? Wo wann hat Russland unter Putin Massenmorde begangen? Und, Gegenfrage, wann wo haben die Anglikaner, schön unterstützt Franzen und Michels, ganze Länder ins Unglück gestürzt?

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    • Da zu einem Konflikt immer mindestens zwei Parteien gehören, gibt es Opfer auf beiden Seiten.
      Ein Russe kann nicht dafür verurteilt werden, dass er Russe ist, gleiches gilt für Ukrainer…!

      Was ich hier mache, ist das wiedergeben, was ich auf meinen Reisen erfahre.
      In diesem Fall lag mir die Geschichte am Herzen, weil in unseren Medien nichts über die teilweise unfassbare Diskreminierung von Russen in der Ukraine geschrieben wird. Eine ähnliche Geschichte, nur mit entgegengesetztem Vorzeichen würde medial Wellen schlagen.
      Zum Thema Massenmörder:
      Wussten Sie, dass im Irakkrieg ungefähr 500.000 Menschen ermordet wurden?
      Hier wäre der Begriff Massenmörder angebracht….. aber, wie leider viel zu oft, misst unsere Wertegemeinschaft mit zweierlei Maß!

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    • Eduard versucht hier seine Eindrücke und Erfahrungen von der Halbinsel Krim wiederzugeben. Politische Kommentare, die nichts mit Eduard zu tun haben, sind hier fehl am Platz. Die Krim ist einer der schönsten Plätze der Welt und Eduard berichtet uns von Zeit zu Zeit darüber. Nehmt ihm nicht die Freude, seine Erlebnisse hier mit anderen zu teilen.

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      • Anton, dein Anliegen unterstütze ich. Ich selber mache einen Blog mit 73 Themenbereichen. Ich geniesse es, dass Eduard nichts anderes tut als mir die Möglichkeit zu geben, die Krim durch seine Augen zu sehen.
        Damit ist sein Blog hier für mich ein helles Licht.

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      • Lieber Muinegi,

        da habe ich mich oben im Namen vertan, dachte, du heissest wohl Eduard. Dich meinte ich, nicht den Taxifahrer.
        Ich finde es schön und es tut mir gut, auf deinem Blog schlicht das anzutreffen, was du erlebst, durch deine Augen gesehen.

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